Anstieg der Fälle von Guillain-Barré-Syndrom (GBS) in Gaza

In Gaza kommt es zu einem Anstieg von paralytischen Erkrankungen. Laut der Weltgesundheitsorganisation (WHO) wurden seit Juni 85 Verdachtsfälle des Guillain-Barré-Syndroms (GBS) gemeldet. Die WHO hat außerdem acht Todesfälle im Zusammenhang mit der Krankheit bestätigt.
GBS ist eine seltene Erkrankung, bei der das Immunsystem das Myelin angreift und Nervenschäden verursacht. Die genaue Ursache ist unbekannt, hängt aber oft mit viralen oder bakteriellen Infektionen zusammen. Ein häufiger Risikofaktor ist die Infektion mit dem Bakterium Campylobacter jejuni.
Berichten zufolge wurden bei Labortests in Gaza positive Ergebnisse für Campylobacter jejuni und Enteroviren festgestellt, die durch verunreinigtes Wasser übertragen werden. Israelische Bombardierungen haben das Abwassersystem beschädigt, wodurch die Menschen gezwungen sind, verunreinigtes Wasser zu trinken.
Zu den Symptomen von GBS gehören Taubheitsgefühl, Muskelschwäche, Atembeschwerden und in extremen Fällen Lähmungen. Es gibt keine Heilung, aber Immuntherapie und Unterstützung können helfen, die Symptome zu lindern.
Gaza ist auch mit einem Ausbruch von akuter schlaffer Lähmung (AFP) konfrontiert, und es wurde über ein Wiederauftreten des Poliovirus berichtet. Arzneimittelknappheit und Unterernährung verschärfen die Situation. Die Krankenhäuser sind überfüllt und arbeiten überlastet.