Warum sind arabische Staaten in Bezug auf Gaza 'leere Worte'?

Ein afghanischer Experte erklärt, warum muslimische und arabische Staaten angesichts der Zerstörung in Gaza bemerkenswert ineffektiv waren. Die Frustration eines großen Teils der internationalen öffentlichen Meinung über die Haltung der Staats- und Regierungschefs zu den Verbrechen Israels gegen die Palästinenser nimmt immer mehr zu. Leider glänzen selbst die arabischen Staaten durch Abwesenheit.
Kürzlich bezeichnete der ehemalige EU-Außenpolitikchef Josep Borrell die Haltung der EU gegenüber Israel angesichts der Verbrechen als schlechten Witz. Gleichzeitig scheint sich auch die wichtigste Institution der arabischen Staaten, die Organisation für Islamische Zusammenarbeit (OIC), durch ihre starke Rhetorik auszuzeichnen, die jedoch nicht von Taten begleitet wird, was in völligem Gegensatz zu den mutigen Aktionen der Vergangenheit steht.
Die OIC mit Sitz in Saudi-Arabien besteht aus 57 hauptsächlich muslimischen Ländern und definiert sich selbst als die 'kollektive Stimme der muslimischen Welt'. Doch wie der afghanische Professor Amin Saikal feststellt, hat sich die OIC angesichts des unerbittlichen Angriffs Israels auf Gaza als machtlos erwiesen.
Saikal erinnert daran, dass die OIC die Operationen Israels in Gaza verurteilt und einen sofortigen und bedingungslosen Waffenstillstand sowie die Bereitstellung humanitärer Hilfe für die hungernde Bevölkerung des Streifens gefordert hat. Ihre Haltung unterscheidet sich jedoch nicht wesentlich von der der internationalen Gemeinschaft im Allgemeinen. Sie ist hauptsächlich verbal und ohne praktische Ergebnisse.
Beispielsweise ist es der OIC nicht gelungen, Israels Nachbarländer – insbesondere Ägypten und Jordanien – davon zu überzeugen, ihre Grenzübergänge zu öffnen, um die Einreise humanitärer Hilfe nach Gaza zu erleichtern.