Europa: Soft Power reicht in der heutigen Welt nicht mehr aus

Der italienische Verteidigungsminister Guido Crosetto hat Bedenken hinsichtlich der Fähigkeit Europas geäußert, auf die aktuellen geopolitischen Herausforderungen zu reagieren, und argumentiert, dass die Ära der Soft Power vorbei sei.
Seine Äußerungen fallen inmitten zunehmender Spannungen in der Ukraine, der Taiwanstraße und im Nahen Osten. Trotz steigender Verteidigungsausgaben und Rüstungsprogramme ist Europa in Bezug auf seine Sicherheit weiterhin stark von den Vereinigten Staaten abhängig und steht vor Herausforderungen in den Lieferketten.
Eine Analyse des Kiel Instituts und von Bruegel kommt zu dem Ergebnis, dass Europa zwar die Artillerieproduktion gesteigert hat, aber im Vergleich zu Russland bei der Produktion von Panzern und Schützenpanzern deutlich zurückliegt.
Die Pariser Luftfahrtschau hat die Herausforderungen bei der Stärkung der europäischen Verteidigungsindustrie aufgezeigt, mit langsamen Aufträgen und mangelnder Einheitlichkeit bei gemeinsamen Plattformen. Die Zusammenarbeit von Rheinmetall mit dem amerikanischen Unternehmen Anduril stieß auf Reaktionen von Befürwortern der Stärkung europäischer Startups.
Die NATO-Führer haben das Ziel gesetzt, 5 % der künftigen Ausgaben für die Verteidigung bereitzustellen, wobei 2 % des BIP die Mindestschwelle darstellen. Goldman Sachs schätzt, dass die Ausgaben der Eurozonen-Mitglieder bis 2027 2,8 % des BIP erreichen werden.
Es ist ein vielschichtiger Ansatz erforderlich, der den Abbau von Hindernissen für einen echten europäischen Verteidigungsmarkt und die Stärkung der Zusammenarbeit zwischen Verteidigung und Startups umfasst. Die USA geben zehnmal mehr als Europa für Forschung und Entwicklung aus.