SAFE-Programm und Desinformation: Die Fakten

Es wird klargestellt, dass die Türkei keinen direkten Zugang zum SAFE-Programm der EU hat. SAFE ist ein EU-Kreditprogramm für Mitgliedstaaten zur gemeinsamen Beschaffung von militärischer Ausrüstung.
Drittländer und ausländische Unternehmen haben keinen direkten Zugang zu diesem Fonds. Das von den Mitgliedstaaten aufgenommene Geld fließt an die Verteidigungsministerien, die auswählen, von wem sie kaufen.
Unter bestimmten Bedingungen können in der EU, dem Europäischen Wirtschaftsraum (EWR) oder der Ukraine ansässige Unternehmen Projekte durchführen, die über SAFE finanziert werden. Für Komponenten, die nicht aus der EU stammen, gilt eine Obergrenze von 35 %.
Griechenland und Zypern haben ein Mitspracherecht bei jedem Versuch der Türkei oder türkischer Unternehmen, von SAFE finanziert zu werden. Kein Land ist verpflichtet, sich an einer gemeinsamen Beschaffung mit Partnern zu beteiligen, denen es nicht vertraut.
Jede umfassendere politische Vereinbarung, die einem Drittland einen bevorzugten Zugang gewährt, muss im Rahmen der Gemeinsamen Außen- und Sicherheitspolitik vom EU-Rat einstimmig gebilligt werden.
Die Übernahme des italienischen Unternehmens Piaggio Aerospace durch das türkische Unternehmen Baykar bedeutet nicht automatisch den Zugang der Türkei zu SAFE. Piaggio bleibt ein italienisches Unternehmen und unterliegt der Kontrolle durch die italienischen und europäischen Behörden.
Ein türkisches Unternehmen kann sich nur über eine europäische Tochtergesellschaft, die bestimmte Bedingungen erfüllt und Sicherheitsüberprüfungen bestanden hat, an einem SAFE-Projekt beteiligen.
Griechenland und Zypern verfügen über politische und institutionelle Instrumente, um die unerwünschte Beteiligung türkischer Unternehmen am SAFE-Programm zu verhindern.