Russland und Ukraine vereinbaren neuen Gefangenenaustausch

Delegationen aus Russland und der Ukraine haben sich bei Gesprächen in Istanbul auf einen neuen Gefangenenaustausch geeinigt. Es besteht jedoch weiterhin eine Kluft hinsichtlich eines Waffenstillstands und eines möglichen Treffens zwischen den Präsidenten Wladimir Putin und Wolodymyr Selenskyj.
Der Leiter der ukrainischen Delegation, Rustem Umerow, erklärte, dass auf humanitärer Ebene Fortschritte erzielt wurden, nicht jedoch hinsichtlich der Einstellung der Feindseligkeiten. Kiew schlug ein Treffen zwischen Selenskyj und Putin bis Ende August vor.
Der Leiter der russischen Delegation, Wladimir Medinski, sagte, dass ein Treffen auf Präsidentenebene nur sinnvoll wäre, um einen Vertrag zu unterzeichnen. Er bekräftigte den Vorschlag für eine 24- bis 48-stündige Einstellung der Feindseligkeiten, um die Toten und Verwundeten zu bergen.
Laut Medinski einigten sich beide Seiten auf den Austausch von mindestens 1.200 Kriegsgefangenen auf jeder Seite, und Russland beabsichtigt, mehr als 3.000 Leichen ukrainischer Soldaten zu übergeben. Moskau prüft auch eine Liste mit 339 Namen von Kindern aus der Ukraine, die laut Kiew entführt und nach Russland gebracht wurden.
Umerow betonte die Notwendigkeit weiterer Fortschritte in der Frage der Kriegsgefangenen und der Freilassung von Zivilisten, einschließlich Kindern. Ukrainische Behörden behaupten, dass nach Beginn der russischen Invasion mehr als 19.000 Kinder zwangsweise nach Russland oder in besetzte Gebiete verbracht wurden.
Die Gespräche in Istanbul waren kürzer als die vorherigen Runden.
Quelle: ΑΠΕ-ΜΠΕ