Putin: Profiteur des Iran-Kriegs? Analyse des Ölpreis-Anstiegs

Der russische Präsident Wladimir Putin scheint von den eskalierenden Spannungen im Nahen Osten zu profitieren, da der US-israelische Angriff auf den Iran laut Politico die Ölpreise in die Höhe getrieben hat.
Nach der Bombardierung iranischer Ölanlagen durch Israel überstiegen die Rohölpreise 100 Dollar pro Barrel und erreichten damit den höchsten Stand seit Sommer 2022. Dieser Preisanstieg kurbelt die russischen Öleinnahmen an und erleichtert die Fortsetzung der Militäroperationen in der Ukraine.
Das russische Finanzministerium hatte den Jahreshaushalt ursprünglich mit einem Richtpreis von 59 Dollar pro Barrel entworfen. Der Preisanstieg aufgrund der Krise im Iran bietet Russland jedoch eine wirtschaftliche Atempause und gleicht die Auswirkungen westlicher Sanktionen und des Arbeitskräftemangels aus.
Inzwischen erteilten die USA eine 30-tägige Ausnahmegenehmigung, die es Indien erlaubt, russisches Rohöl zu kaufen, und US-Finanzminister Scott Besent erklärte, Washington könne auch die Sanktionen gegen anderes russisches Öl aufheben.
Wladimir Putins Sprecher Dmitri Peskow sagte, Russland bleibe ein zuverlässiger Lieferant von Öl und Gas, während der Kreml-Berater Kirill Dmitrijew die Entscheidung Europas, die russische Energieversorgung zu kappen, als strategischen Fehler bezeichnete.
Experten warnen jedoch, dass die langfristigen Auswirkungen der Krise im Iran auf die russische Wirtschaft von ihrer Dauer abhängen. Wladimir Milow, ein ehemaliger stellvertretender Energieminister, merkte an, dass die Ölpreise etwa ein Jahr lang auf dem derzeitigen Niveau bleiben müssten, um einen wesentlichen Unterschied zu machen.