Pakistan: Was ist Jirga und warum geschehen kaltblütige Morde?

Ein entsetzliches Doppeldelikt in Pakistan bringt die „Jirga“ zurück ins Gespräch, eine traditionelle Versammlung, die zur Beilegung von Streitigkeiten, aber auch für schwerwiegende Menschenrechtsverletzungen eingesetzt wird.
Die „Jirga“ ist eine traditionelle Versammlung von Ältesten oder Gemeindeoberhäuptern, hauptsächlich in Gebieten Pakistans und Afghanistans, die von Paschtunen dominiert werden. Sie wird zur Entscheidungsfindung und Streitbeilegung außerhalb des offiziellen Rechtsrahmens eingesetzt.
Merkmale der Jirga:
- Operiert außerhalb des offiziellen Rechtsrahmens.
- Wird von den lokalen Behörden anerkannt und respektiert, obwohl sie keine staatliche Institution ist.
- Besteht in der Regel aus männlichen Ältesten oder Stammeshäuptlingen.
- Zielt auf Versöhnung und das Erreichen einvernehmlicher Lösungen ab, führt aber oft zu extremen Situationen.
- Tief verwurzelt in paschtunischen Gesellschaften, mit einer jahrhundertelangen Geschichte.