Französische Journalistin wegen Lawrow-Interview kritisiert

Die französische Journalistin Léa Salamé steht wegen eines Interviews mit dem russischen Außenminister Sergej Lawrow, das auf France 2 ausgestrahlt wurde, in der Kritik. Diplomaten, Analysten und Journalisten argumentieren, dass Salamé in ihrer Befragung nicht kritisch genug war.
Der ukrainische Botschafter in Frankreich, Wadim Omelchenko, fragte, warum einem "echten Faschisten und Kriegsverbrecher" eine Plattform geboten werde. Das Interview, das vorab aufgezeichnet und aus Moskau ferngesteuert wurde, zog 3,4 Millionen Zuschauer an.
Der französische Forscher Étienne Marchand nannte das Interview "beschämend", während der Russlandexperte Dimitri Minic es als "katastrophale Episode" bezeichnete. Die Journalistenvereinigung von France Télévisions verteidigte Salamé und argumentierte, dass sie Lawrow mit Fakten konfrontiert habe.
Der Analyst Louis Doucloss kritisierte Salamé dafür, dass sie Lawrow nicht wegen der russischen Kriegsverbrechen in der Ukraine unter Druck gesetzt habe.