Israel: Gesetz zur Todesstrafe für 'palästinensische Terroristen' verabschiedet

Das israelische Parlament hat ein umstrittenes Gesetz verabschiedet, das die Todesstrafe für Palästinenser erlaubt, die von Militärgerichten wegen tödlicher Angriffe verurteilt wurden. Der Gesetzentwurf wurde mit 62 Ja-Stimmen und 48 Nein-Stimmen angenommen.
Das Gesetz schreibt die Todesstrafe für diejenigen vor, die sich anti-israelischer Angriffe schuldig gemacht haben. Premierminister Benjamin Netanjahu gehörte zu denjenigen, die dafür stimmten.
Die Association for Civil Rights in Israel (ACRI) nannte das Gesetz 'verfassungswidrig' und sagte, es 'diskriminiere de facto'. Sie kündigten außerdem an, vor dem Obersten Gerichtshof Berufung einzulegen.
Außenminister Deutschlands, Frankreichs, Italiens und Großbritanniens hatten den Gesetzentwurf kritisiert und darauf hingewiesen, dass er zu einer Diskriminierung von Palästinensern führt.
In Israel wurde die Todesstrafe für Mord 1954 abgeschafft. Adolf Eichmann war die einzige Person, die jemals nach einem Zivilprozess im Jahr 1962 im Land hingerichtet wurde.