Brasilien: Mindestens 132 Tote bei Polizeieinsatz in Rio

In Rio de Janeiro, Brasilien, sind bei einem Polizeieinsatz gegen eine Drogenhandelsbande mindestens 132 Menschen getötet worden. Bei dem Einsatz, der sich gegen die Bande Comando Vermelho richtete, wurden 2.500 Polizisten mobilisiert.
Einwohner von Penha sammelten die Leichen vermisster Angehöriger aus einem Waldgebiet, wobei mehr als 70 Leichen auf der Straße lagen. Der Gouverneur von Rio, Claudio Castro, erklärte, dass die Toten Kriminelle seien, da die meisten Schüsse in einem Waldgebiet abgefeuert wurden.
Der brasilianische Präsident Luiz Inácio Lula da Silva zeigte sich schockiert über die Zahl der Todesopfer, während UN-Generalsekretär António Guterres tiefe Besorgnis äußerte und eine Untersuchung forderte. Der Einsatz fand wenige Tage vor internationalen Veranstaltungen in Rio statt, darunter der C40-Bürgermeistergipfel zum Klimawandel.
Anwohner prangerten Hinrichtungen an und berichteten von Schüssen in Nacken und Rücken sowie von Verbrennungsspuren.