Niederlande: Gespräche zur Bildung einer Koalitionsregierung beginnen

Rob Jetten, der Gewinner der Parlamentswahlen in den Niederlanden, wird heute einen 'Sondierer' ernennen, der untersucht, welche politischen Parteien bereit sind, bei der Bildung einer Koalitionsregierung zusammenzuarbeiten.
Der 38-jährige zentristische Politiker, der überraschend mit einem Vorsprung von weniger als 30.000 Stimmen vor dem niederländischen Rechtsaußen-Führer Geert Wilders gewann, könnte der jüngste Ministerpräsident der fünftgrößten Volkswirtschaft der Europäischen Union werden.
Er muss jedoch zunächst eine Koalition bilden, da die Zersplitterung der niederländischen politischen Landschaft es keiner Partei ermöglicht hat, eine parlamentarische Mehrheit zu sichern. Um die absolute Mehrheit von 76 Sitzen im 150-köpfigen Parlament zu sichern, muss die künftige Regierungskoalition Parteien aus dem gesamten politischen Spektrum umfassen, mit Ausnahme der extremen Rechten: D66 von Rob Jetten (26 Sitze), die Mitte-Rechts-Partei CDA (18), die liberale VVD (22) und das linke Bündnis Grüne/Arbeiterpartei (20).
Die Zusammenarbeit zwischen der VVD und dem Bündnis Grüne/Arbeiterpartei wird jedoch schwierig sein.
Gemäß der niederländischen Praxis ernennt der Führer der Partei, die die Wahlen gewonnen hat, einen 'Sondierer', der die Absichten der Parteien auslotet und feststellt, wer bereit ist, mit wem zu sprechen.
Laut niederländischen Medien wird Wouter Koolmees, Direktor der nationalen Eisenbahngesellschaft NS, die Rolle des Sondierers übernehmen, der diese Aufgabe bereits für D66 übernommen hat.
Erst wenn der 'Sondierer' seine Mission abgeschlossen und mögliche Koalitionsschemata vorgelegt hat, können die eigentlichen Verhandlungen beginnen.
Bis zur Bildung der neuen Regierung wird die scheidende Regierung von Dick Schoof die laufenden Geschäfte weiterführen.
Quelle: ΑΠΕ-ΜΠΕ