Neapel: Verhaftungen wegen Camorra-Betrugs im Krankenhaus

Die italienische Polizei hat in Neapel vier Personen wegen der mutmaßlichen Infiltration der Camorra in das Krankenhaus 'San Giovanni Bosco' festgenommen. Den Festgenommenen werden kriminelle Aktivitäten im Namen der Camorra, der neapolitanischen Mafia, vorgeworfen.
Zu den Anklagepunkten gehören die Inszenierung gefälschter Verkehrsunfälle, um Versicherungsgelder zu kassieren, und der illegale Transport von Leichen in Krankenwagen, wobei vorgegeben wurde, dass es sich um lebende Patienten handelte. Die Ermittlungen ergaben ein ausgedehntes Netzwerk krimineller Aktivitäten innerhalb des Krankenhauses, an dem Mitglieder der Familie Contini beteiligt waren.
Die Camorra soll die Cafeteria-Dienste und die Verkaufsautomaten im Krankenhaus kontrolliert und die Komplizenschaft von medizinischem und paramedizinischem Personal ausgenutzt haben. Sie beschafften auch gefälschte ärztliche Atteste und erleichterten illegale Haftentlassungen.
Für den Transport der Toten berechneten sie den Familien zwischen 600 und 1.200 Euro, umgingen die Leichenhalle und gaben vor, dass die Leichen lebende Patienten seien.
Ein Arzt und ein Psychiater werden beschuldigt, Dokumente gefälscht zu haben, während gegen einen Anwalt wegen Zusammenarbeit mit der Mafia ermittelt wird.