Italien: 80-Jähriger wegen Morden im Bosnienkrieg untersucht

Ein 80-jähriger Italiener wird von der Staatsanwaltschaft Mailand wegen des Verdachts der Tötung von Zivilisten während des Bosnienkriegs untersucht. Die Ermittlungen betreffen den angeblichen 'Scharfschützentourismus' in Sarajevo in den 1990er Jahren.
Der ehemalige LKW-Fahrer, der in der Nähe von Pordenone wohnt, wird wegen vorsätzlichen Mordes mit geringfügigen Motiven angeklagt. Die Staatsanwaltschaft untersucht Vorwürfe, wonach Ausländer dafür bezahlt haben, während der Belagerung von Sarajevo auf Zivilisten zu schießen.
Laut dem Journalisten Ezio Gavazzeni bezahlten Italiener und andere Ausländer Mitglieder der bosnisch-serbischen Streitkräfte, um an 'Schießausflügen' teilzunehmen. Die Ermittlungen begannen nach dem Ansehen des Dokumentarfilms 'Sarajevo Safari'.
Während der Belagerung von Sarajevo wurden durch Beschuss und Scharfschützenfeuer etwa 11.000 Zivilisten getötet.