Atomreaktor auf dem Mond: Neues Rennen zwischen Russland, USA und China

Ein neues Rennen um die Eroberung des Mondes ist zwischen Russland, den USA und China im Gange, wobei der Schwerpunkt auf der Installation von Atomreaktoren liegt.
Die NASA plant, vor 2030 einen amerikanischen Atomreaktor auf dem Mond zu installieren, um eine „Ausschlusszone“ zum Schutz der zukünftigen amerikanischen Basis im Rahmen des Artemis-Programms zu schaffen. Sean Duffy, US-Unterstaatssekretär für Verkehr und amtierender NASA-Administrator, betonte die Notwendigkeit raschen Handelns.
Im Mai unterzeichneten China und Russland eine Absichtserklärung zum Bau eines eigenen Atomreaktors auf dem Mond, mit dem Ziel, das Projekt bis 2036 abzuschließen, um die Internationale Lunar Research Station (ILRS) mit Strom zu versorgen.
Kernenergie gilt als entscheidend für die Kolonisierung des Mondes, da sie während der zweiwöchigen Dunkelheit jeden Monat Energie liefert. Dr. Mark Hilborne vom King's College London weist darauf hin, dass der Mond als Basis mit geringer Schwerkraft für zukünftige Weltraumanlagen wertvoll ist.
Die Aktivitäten im Weltraum werden durch den Weltraumvertrag von 1967 geregelt, der nationales Eigentum an Himmelskörpern verbietet. Die USA haben jedoch eine dynamischere Interpretation übernommen und die „Artemis-Abkommen“ unterzeichnet, die die Schaffung von „Sicherheitszonen“ ermöglichen.
Dr. Fabio Tronchetti, ein Experte für Weltraumrecht, merkt an, dass die USA versuchen, die Regeln einseitig festzulegen, während Russland und China die „Artemis-Abkommen“ nicht unterzeichnet haben.