Mikroplastik im Käse: Bis zu 45-mal mehr als in Flaschenwasser

Eine neue wissenschaftliche Studie zeigt alarmierend hohe Konzentrationen von Mikroplastik in Milchprodukten, wobei Käse die höchsten Werte aufweist. Laut der in npj Science of Food veröffentlichten Studie enthalten reife Käsesorten durchschnittlich 1.857 Mikroplastikpartikel pro Kilogramm, das ist 45-mal mehr als in einer Plastikwasserflasche.
Hohe Konzentrationen wurden auch in Frischkäse (1.280 Partikel/kg) und Milch (350 Partikel/kg) gefunden. Forscher der Universitäten Dublin und Padua fanden heraus, dass das Eindringen von Mikroplastik während der Verarbeitung und Kondensation von Käse erfolgt.
Zu den Quellen von Mikroplastik gehören synthetische Fasern aus Laborkitteln, Handschuhen, Haarnetzen, Verpackungsschäden und Produktionsmaschinen. Frühere Studien hatten bereits das Vorhandensein von Mikroplastik in frischer Milch (190 Partikel/Liter) gezeigt.
Mikroplastik kann Zellmembranen durchdringen und in den Blutkreislauf gelangen und wurde sogar in Muttermilch nachgewiesen. Die Exposition gegenüber Mikroplastik birgt Gesundheitsrisiken, da sie giftige Substanzen enthalten, die Schäden an lebenswichtigen Organen verursachen und mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Darmkrebs in Verbindung gebracht werden können.
Experten fordern eine systematische Untersuchung der Kontaminationsquellen und strengere Vorschriften in der Lebensmittelindustrie, um die öffentliche Gesundheit zu schützen.