Cholera-Ausbruch im Sudan: Dutzende Tote pro Woche

Laut Ärzte ohne Grenzen (MSF) sterben im Sudan aufgrund eines Cholera-Ausbruchs mindestens 40 Menschen pro Woche. Die Organisation betont, dass die medizinischen Zentren überlastet sind und Familien in Flüchtlingslagern gezwungen sind, verunreinigtes Wasser zu trinken.
Vor zwei Wochen wurde in einem der Lager eine Leiche in einem Brunnen gefunden. Trotz der Entfernung der Leiche waren die Bewohner laut MSF gezwungen, innerhalb von zwei Tagen wieder aus demselben Wasser zu trinken.
Cholera trat im Sudan erstmals im vergangenen Jahr auf. Seitdem wurden fast 100.000 Verdachtsfälle und über 2.470 Todesfälle registriert. Die MSF-Teams in Tawila behandelten im Juli in Zusammenarbeit mit den lokalen Behörden über 2.300 Cholera-Patienten.
Das Zentrum im Krankenhaus von Tawila mit 130 Betten beherbergte in der ersten Augustwoche 400 Patienten. Die Krankheit breitet sich aufgrund von Konflikten und starken Regenfällen aus, die das Wasser verunreinigen und die Abwassersysteme überfluten.
Während die Weltgesundheitsorganisation in Notfallsituationen mindestens 7,5 Liter Wasser pro Tag zum Trinken, Kochen und für die Hygiene empfiehlt, haben die Einwohner von Tawila durchschnittlich nur drei Liter zur Verfügung.