Überbelegung in griechischen Gefängnissen: Alarm im Justizvollzugssystem

Das griechische Justizvollzugssystem ist aufgrund der Überbelegung der Gefängnisse in Alarmbereitschaft. Im Juli 2025 erreichte die Auslastung durchschnittlich 116 %, wobei die Zahl der Insassen 25.000 überstieg, was einem Anstieg von über 17 % gegenüber 2024 entspricht.
Laut Anwalt Kostas Papadakis sind griechische Gefängnisse überfüllt und beherbergen über 13.000 Insassen. Beispielsweise überstieg in Tripolis die Auslastung 252,8 %, in Volos erreichte sie 183,3 %, während sie in Chios 145,1 % erreichte.
Spyros Karakitsos, ehemaliger Präsident des Verbandes der Gefängnisangestellten, betont, dass die Überbelegung die Funktionen der Gefängnisse beeinträchtigt und aufgrund der Vermischung von Insassen unterschiedlicher Kategorien und Nationalitäten explosive Situationen schafft. Er weist auch auf Personalmangel und die Flucht neu ernannter Mitarbeiter aufgrund der Arbeitsbedingungen und der niedrigen Löhne hin.
Seit 2019 wurde der Straf- und Justizvollzugsrahmen verschärft, wodurch die Möglichkeiten für Verlegungen in landwirtschaftliche Gefängnisse und Genehmigungen eingeschränkt wurden. Papadakis stellt fest, dass Kriminalität kein Produkt von Charakterverzerrung ist, sondern mit sozioökonomischen und politischen Ursachen zusammenhängt.