Zugunglück von Tempe: Zwei Szenarien für Prozessbeginn

Zweieinhalb Jahre nach dem Zugunglück von Tempe, bei dem 57 Menschen ums Leben kamen, steht der Abschluss der Ermittlungen kurz bevor. Untersuchungsrichter Sotiris Bakaimis hat 43 Personen wegen Fahrlässigkeit und Unterlassungen angeklagt. Sieben von ihnen, die mit der "Vertuschung" von Beweismitteln in Verbindung stehen, sollen zusammen mit Minister Christos Triantopoulos vor einem Sondergericht angeklagt werden.
In dem Hauptverfahren sind 36 Angeklagte beteiligt. Der Untersuchungsrichter wird weitere Zeugen vernehmen und Beweismittel in Koulouria beschlagnahmen. Justizkreise deuten mögliche Anklagen gegen 7 Generalsekretäre des Ministeriums für Infrastruktur und Verkehr an, die von 2016 bis zum Tag des Unfalls im Amt waren.
Es gibt zwei Szenarien für die Strafverfolgung der 7 Generalsekretäre. Der Justizrat des Obersten Gerichtshofs wird voraussichtlich Ende August entscheiden, ob ihre Handlungen mit dem ehemaligen Minister Kostas Karamanlis in Verbindung stehen. Wenn ja, wird die Staatsanwaltschaft die Strafverfolgung einleiten und sie werden zusammen mit K. Karamanlis vor einem Sondergericht angeklagt. Andernfalls, wenn ihre Handlungen als unabhängig erachtet werden, wird die Staatsanwaltschaft von Larissa die Strafverfolgung einleiten.
Wenn die 7 Generalsekretäre vor einem Sondergericht angeklagt werden, könnte der Hauptprozess mit den 36 Angeklagten vor dem dritten Jahrestag der Tragödie angesetzt werden. Wenn sie von der Staatsanwaltschaft von Larissa strafrechtlich verfolgt werden, wird der Prozess nicht vor dem Sommer 2026 mit 43 Angeklagten angesetzt.