Demografische Krise: Studien zeigen dramatische Auswirkungen auf das BIP

Griechenland befindet sich in einer tiefen demografischen Krise, deren Ausmaß so gravierend ist, dass es die Wachstumsaussichten der Wirtschaft enorm zu gefährden droht.
Eine aktuelle Studie der in Athen ansässigen Stiftung für Wirtschafts- und Industrieforschung (IOBE) und von Eurostat zeigt, dass die griechische Bevölkerung voraussichtlich von rund 10,4 Millionen heute auf 9,5 Millionen im Jahr 2050 und deutlich unter neun Millionen im Jahr 2100 sinken wird – es sei denn, die Geburtenrate steigt wieder an.
Wie erwartet, wird der Rückgang von einer zunehmenden Überalterung der Bevölkerung begleitet sein, was dazu führt, dass das Verhältnis von Senioren zur erwerbstätigen Bevölkerung nach 2050 0,60 übersteigt, gegenüber 0,35 im Jahr 2020.
Die unmittelbaren Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt werden dramatisch sein, so die Studie, da eine schrumpfende Erwerbsbevölkerung einen Rückgang des BIP bedeutet. IOBE schätzt, dass das griechische BIP bei Fortsetzung der aktuellen demografischen Trends bis zum Jahr 2100 um 31 % sinken wird, was zu einem Verlust von 58 Milliarden Euro führt, berechnet zu aktuellen Preisen. Ebenso wird erwartet, dass fast 2,1 Millionen Arbeitsplätze verloren gehen, während KMU aufgrund des Arbeitskräftemangels, aber auch aufgrund eines Rückgangs der Inlandsnachfrage infolge einer schrumpfenden Bevölkerung voraussichtlich leiden werden.
Darüber hinaus zeigt eine Studie der Bank von Griechenland, dass ein Anstieg des Bevölkerungsanteils über 60 Jahre um 10 % mit einer Verringerung des Pro-Kopf-BIP um etwa 5,5 Prozentpunkte verbunden ist.