Romantik und Sklaverei: Eine neue Interpretation der europäischen Kultur

Ein neues Buch mit dem Titel The Trembling Hand von Mathelinda Nabugodi, Dozentin für Literatur am UCL, argumentiert, dass die Romantik (spätes 18. bis frühes 19. Jahrhundert) untrennbar mit Sklaverei und Kolonialismus verbunden ist. Laut Nabugodi war die Sklaverei die wirtschaftliche 'Lunge' der europäischen Kultur und finanzierte Literatur, politisches Denken und ästhetische Theorie.
Nabugodi analysiert, wie romantische Schriften koloniale Gewalt oft auf eine Weise darstellten, die sie entweder idealisierte oder übertrieb, ohne immer eine klare kritische Haltung zu zeigen. Sie weist darauf hin, dass die romantische Literatur die Erfahrung der Sklaverei oft in ein ästhetisches 'Spektakel' verwandelte und sie zu einem Feld der Emotion oder des Schreckens erhob.
Nabugodi schlägt eine vollständige Neubetrachtung der europäischen Kultur der Romantik vor, indem sie die Stimmen und Erzählungen der Sklaven als zentrale Elemente einbezieht. Dies wird die Anerkennung der Komplexität der Geschichte ermöglichen, bei gleichzeitiger Anerkennung idealistischer Werte und der dunklen Realität, die sie zusammensetzte.
Beispiele wie das Gedicht 'The Negro Girl' von Mary Robinson (1800) zeigen, dass selbst Versuche, gegen die Sklaverei zu protestieren, oft rassistische Logiken verstärkten.