Realismus und die Zypernfrage: Gibt es Hoffnung auf eine Lösung?

In der zypriotischen Politik fehlt es oft an Realismus oder er wird falsch interpretiert, insbesondere im Zusammenhang mit der Zypernfrage. Die Verbindung des Realismus mit dem türkischen Ansatz, beginnend mit den Aussagen von Rauf Denktasch, hat eine negative Voreingenommenheit erzeugt.
Die griechisch-zypriotische Seite sollte jedoch dem Realismus Priorität einräumen und sich auf Fakten stützen, anstatt auf Wunschdenken. Frühere Führungen haben es oft versäumt, das internationale Umfeld richtig einzuschätzen, was zu Zugeständnissen führte.
Dieser Trend hat auch die Zivilgesellschaft beeinflusst und eine Atmosphäre der 'guten Nachbarschaft' geschaffen, die das Zusammenleben getrennter Einheiten festigen könnte. Er hat auch die Vermittler beeinflusst, die die Komplexität des Problems unterschätzen.
Viele nähern sich dem neuen Führer der türkisch-zypriotischen Gemeinschaft, Tufan Erhürman, mit Wunschdenken und sehen in ihm eine Hoffnung auf die Wiederaufnahme der Gespräche. Sie gehen von vornherein davon aus, dass seine Vorschläge auf eine Lösung der Zypernfrage abzielen, ohne die potenziellen Einflüsse der Türkei zu berücksichtigen.
Heute ist ein Neustart der Zypernfrage auf der Grundlage von Fakten und Realismus unerlässlich. Dies bedeutet, anzuerkennen, dass türkisch-zypriotische Führer den Anweisungen Ankaras folgen und dass die Türkei versucht, ihre Interessen auf der Insel zu sichern.
Erhürmans Wahl sollte nicht zu Wunschdenken führen, sondern zu einer realistischen Einschätzung der Grenzen, die durch türkische Interessen gesetzt werden. Es ist Zeit, die Welt so zu sehen, wie sie ist.